Shrimpmuster für den Sommer

Shrimps gehören das ganze Jahr über zur Lieblingsnahrung der Meerforellen. Sie passen sich immer sehr gut ihrer Umgebung an, und ihre Farbe variiert, je nach Lebensraum zwischen fast glasklar, sandfarben , helloliv und graubraun. Sie wirken auch immer leicht transparent.

Niemals sind sie aber fluoreszierend pink, orange oder haben sonst irgendeine Schockfarbe. Das klingt banal, schaut man aber in die Fliegenboxen vieler Küstenfischer, scheint es dort oft nicht angekommen zu sein.

Bitte nicht falsch verstehen: auffällige fluoreszierende Farben haben durchaus ihre Berechtigung, zum Beispiel in sehr kaltem Wasser, um die dann recht trägen Fische zu provozieren oder auch bei starker Eintrübung, um die Fliege besser sichtbar zu machen. Auch stören sich die Fische wenig an grellen Farben, wenn die Nahrung knapp ist und sie auf alles angewiesen sind, was irgendwie fressbar  könnte.

Aber im Sommer ist in der Regel der Tisch reichlich gedeckt. Meistens fischen wir bei ruhigen Bedingungen und ablandigem Wind. Das heißt, das Wasser ist glasklar, und die Fische können unsere Fliegen deutlich sehen. 

Wollen wir bei diesen Bedingungen erfolgreich sein, müssen wir unsere Köder mehr den echten Nahrungstierchen anpassen.

Bei der Farbauswahl heißt das, passend zur Umgebung und den Bedingungen - hell bei Sonnenschein und hellem Untergrund, leicht oliv und bräunlich über Blasentang oder Aalgras... Und immer farblich aus einem Guss. Shrimps sind nicht vorne pink und hinten hellbraun.

Die transparente Erscheinung erreicht man mit den entsprechenden Materialien. Zwei wunderbare Mittel dafür sind SLF Prism Dubbing transparent und Polar Chenille. Eine kleine Menge perlfarbenes Dubbing lässt die Shrimps zusätzlich noch transparenter aussehen.

Konkret heißt das, beim Zusammenmischen des Dubbings kommt zu dem farblich passenden Material (ich bevorzuge da SLF Saltwater Dubbing in hellgrau, light olive, sand und tan) ungefähr ein Drittel SLF Prism Dubbing transparent und eine kleine Menge Icedubbing pearl. Ein Strang Polarchenille wird, zusammen mit einer XXL CDC Feder (in einer Dubbingschlaufe versponnen), um den dünnen Dubbingkörper gesponnen.

Dünn ist das nächste Stichwort. Transparenz erreicht man nicht, indem man viel Material verwendet, sondern, indem man extrem sparsam damit umgeht. Wenig Dubbing und nur eine leichte Behechelung sind der Weg zum Ziel.

Nach dem Binden wird die Fliege gründlich ausgebürstet. Dadurch vermischt sich das Dubbing optisch mit der Behechelung und den transparenten Fäden der Polarchenille.

Warum kein Rückenpanzer? Rückenpanzer sehen im Wasser selten echt aus, beeinflussen negativ den stabilen Lauf der Fliege im Wasser und sind zu guter Letzt ein erheblicher Bindeaufwand ohne echten Vorteil für die Fängigkeit.

CDC ist eine gute Alternative zu einer Softhechel oder einer Speyhechel. Es immitiert gut die Beinchen eines Shrimps, gibt ihm im Wasser seine typische Körperform und bewegt sich verführerisch beim Einstrippen.

Und wieder ein Stichwort: Einstrippen. Die richtige Führung eine Shrimpmuster entscheidet wahrscheinlich noch mehr über Erfolg oder Mißerfolg als die perfekte Farbe. Kurze harte Strips, die die Fliege in kleinen Sprüngen bewegen, triggern die Forellen auch bei schwierigen Bedingungen. Dabei sollte die Rute immer direkt zur Fliege zeigen und bei einem Anbiss der Haken nur mit der Schnurhand gesetzt werden. "Strip Strike" heißt das auf neudeutsch. Das erhöht die Hakquote im Vergleich zum klassischen "Trout Strike" mit der Rute sehr deutlich.

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