Der Herbst kommt, die Fische sind hungrig

Die Sommerfischerei auf Meerforellen war dieses Jahr mit Sicherheit
weniger gut als in den Vorjahren. Besonders die wirklich großen
Forellen hatten sich rar gemacht. Dafür tauchten aber an vielen

Strandabschnitten regelmäßig jagende Makrelenschwärme auf, die eine
fantastische Fischerei boten. Teilweise sind sie immer noch anzutreffen;
es werden aber weniger.

Doch kaum gehen die Temperaturen etwas zurück, gehen die
Forellenfänge drastisch hoch. Besonders an etwas trüben regnerischen
Tagen werden in letzter Zeit viele tolle Spätsommerfische gefangen.

Die erfolgreichsten Spots sind offene Küstenabschnitte mit tiefem
Wasser in der Nähe. Starker ablandiger Wind verbessert die
Erfolgsaussichten ebenfalls – er drückt das warme Oberflächenwasser
nach draußen und hält das im Wasser treibende Aalgras von den Spots
fern. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Werfen dann auch bei starkem
Wind kein Problem ist.

Interessanterweise werden viele Fische nicht in der Morgen- oder
Abenddämmerung gefangen, sondern mitten am Tag. Häufig kommen
Trupps von hungrigen Forellen nur für kurze Zeit an einen kleinen
Küstenabschnitt, um sich dort satt zu fressen. Ist man zur richtigen Zeit
vor Ort, kann man echte Sternstunden erleben und innerhalb kurzer
Zeit mehrere große starke Sommerfische fangen. Kleine, natürlich
gefärbte Garnelenmuster, wie ein sandfarbener CDC-Ray-Shrimp oder
auch Kleinfischimitationen, wie ein Baltic Candy werden dann meistens
vehement attackiert. Bei trübem Wasser kann eine schnell gestrippte
Isolde eine echte Wunderwaffe sein.

Natürlich ist die Nachtfischerei dennoch erfolgversprechend.
Bei ruhigem Wasser können an der Oberfläche geschlitterte schwarze
Muster, wie eine schwarze Zigarre oder ein Gurgler zu spektakulären
Attacken führen. Auch unter der Oberfläche geführte schwarze
Streamer werden gerne genommen.

Bitte nicht vergessen, dass am ersten Oktober die Schonzeit auf
gefärbte Meerforellen an der Küste beginnt! Es dürfen dann nur noch
Fische mit silbernem losen Schuppenkleid entnommen werden, und
man muss einen Mindestabstand von 200 Metern um die
Süßwassereinläufe (Schongebiete) halten.